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DLRG Sommerbilanz: 329 Menschen ertrunken

Veröffentlicht: Freitag, 18.09.2020
Autor: Webmaster
Quelle: Landesverband Berlin e.V.
Foto: Dennis Foemer

Im August so viele Opfer wie seit 17 Jahren nicht

Bad Nenndorf. In den ersten acht Monaten des Jahres 2020 ertranken in deutschen Gewässern mindestens 329 Menschen, immerhin 20 weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Diese Zahlen gab die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Donnerstag (17.9.20) bekannt. Allerdings lag die Zahl der Todesfälle durch Ertrinken im Sommermonat August mit 117 so hoch wie seit vielen Jahren nicht (2019: 45). Auch im heißen Sommer 2018 gab es mit 110 ertrunkenen Personen etwas weniger Todesfälle in diesem Monat zu verzeichnen. Letztmals lag die Zahl ertrunkener Personen im August im Jahr 2003 höher (129). „Erfreulich ist, dass wir verglichen mit dem Vorjahr weniger Fälle von Ertrunkenen insgesamt haben. Der Sommer war dieses Mal speziell im Juni und Juli etwas verhaltener. Die Statistik zeigt jedoch auch: Sobald es heiß wird, gehen die Leute – oft zu sorglos – ins Wasser“, so DLRG-Präsident Achim Haag.

„Die Ursachen sind wie so oft Leichtsinn, Überschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit, eine zu hohe Risikobereitschaft und insbesondere das Schwimmen in unbewachten Gewässern“, beklagte der Chef der Lebensretter. „Dadurch, dass zahlreiche Schwimmbäder coronabedingt geschlossen hatten oder nur beschränkt zugänglich waren, haben sich viele Menschen Alternativen im Freien gesucht.“

Damit seien auch die steigenden Zahlen bei gutem Wetter im August zu erklären, so Präsident Haag.

Unfallschwerpunkte sind nach wie vor Seen und Flüsse. In den überwiegend unbewachten Binnengewässern ertranken 287 Menschen. Das entspricht wie im Vorjahr rund 85 Prozent der Gesamtzahl. 156 Menschen starben in Seen und Teichen, 123 in Flüssen und Bächen, 8 in einem Kanal.

Demgegenüber sind die Küsten von Nord- und Ostsee weiterhin vergleichsweise sicher, weil die gut ausgebildeten Rettungsschwimmer der DLRG an fast 90 Stationen zwischen Borkum und Usedom von Mitte Mai bis Mitte September über die Sicherheit an den Stränden wachen. Sie leisten bei Bade- und Wassersportunfällen schnelle Hilfe und verhindern durch ihren Einsatz Schlimmeres. Trotz starker Besucherzahlen an den Küstengewässern in diesem Jahr ging die Zahl der Ertrunkenen im Vergleich zu den Vorjahren weiter zurück. Im Meer ertranken bis Ende August 18 Menschen (Nordsee: 4, Ostsee: 14) und damit vier weniger als 2019.

„Ein großer Dank gilt an dieser Stelle all unseren Rettern – sei es an der Küste, am See oder am Beckenrand – und natürlich allen in der Ausbildung tätigen Mitglieder. Die Zeit und die Leidenschaft, die sie ehrenamtlich aufbringen, sind unbezahlbar“, sagte Haag.

Positiv ist die Entwicklung der Ertrinkungsfälle in Schwimmbädern. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum sank die Zahl weiter von 9 auf 6.In Hafenbecken, Gräben und an sonstigen Orten kamen 16 Menschen ums Leben.

In der Verteilung nach Bundesländern rangiert Bayern erneut mit 68 Todesfällen (-12) vor dem bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen (-13) und Niedersachsen (±0) mit jeweils 41 Opfern. In Baden-Württemberg ertranken 38 Menschen (+4). Es folgen Schleswig-Holstein mit 23 (+7), Brandenburg mit 22 (-6) und Hessen (+3) mit 21, Sachsen mit 17 (+3), Mecklenburg-Vorpommern mit 16 (-9) und Rheinland-Pfalz (+10) mit 15, sowie Berlin mit 11 (+9) Ertrinkungsfällen. Hamburg (-7), Saarland (+2) und Sachsen-Anhalt haben jeweils vier Todesopfer durch Ertrinken zu verzeichnen, Bremen (+1) und Thüringen (-5) jeweils zwei.

In der Verteilung nach Männern und Frauen gab es keine Überraschungen. In den ersten Monaten des Jahres verloren 261 Männer ihr Leben im Wasser, also fast 80 Prozent der Gesamtzahl. Hier sind Selbstüberschätzung, Leichtsinn und oftmals auch Alkohol Gründe für die tödlichen Unfälle.

In der Altersstatistik ist leider weiterhin bei den Vor- und Grundschulkindern die Zahl der Todesfälle relativ hoch. In der Altersklasse 0 - 10 Jahre starben 22 Kinder (±0). Unter den 11- bis 15-Jährigen gab es 5 Todesfälle – einen weniger als 2019.

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